Die technische Entwicklung im Bereich der Fahrzeugantriebe stellt die Feuerwehren vor neue Herausforderungen bei der technischen Rettung und Brandbekämpfung. Insbesondere Elektro- und Hybridfahrzeuge bergen spezifische Risiken, die ein angepasstes Vorgehen im Einsatz erfordern. Hochvoltsysteme, Energiespeicher wie Batterien und die fehlende akustische Wahrnehmbarkeit von E-Fahrzeugen im Betrieb sind nur einige der Gefahren, auf die sich die Einsatzkräfte vorbereiten müssen. Um diesen Herausforderungen sicher begegnen zu können, ist eine kontinuierliche Weiterbildung der Feuerwehrleute unerlässlich.
Drei Kameraden, darunter ein DEKRA-Prüfingenieur und ein Kfz-Meister, haben für die Feuerwehr Losheim eine umfassende Fortbildung ausgearbeitet. Der erste Teil bestand aus einer theoretischen Einführung, die technische und physikalische Grundlagen vermittelte. Unter anderem wurden Standardverfahren im Einsatz, der Aufbau von Hochvoltsystemen und die Gefahren eines thermischen Durchgehens von Batterien besprochen.
Im zweiten Teil stand die praktische Anwendung im Vordergrund. An verschiedenen Fahrzeugtypen – sowohl Hybrid- als auch vollelektrische Modelle – wurden die Besonderheiten der technischen Rettung besprochen. Besonders wichtig war der sichere Umgang mit manuellen Trennschaltern, mit denen Hochvoltsysteme spannungsfrei geschaltet werden können. Darüber hinaus wurden Maßnahmen zur Vermeidung von Kurzschlüssen und die sichere Lagerung von beschädigten Fahrzeugbatterien thematisiert.
Der dritte Teil der Schulung war dem Einsatz von Wärmebildkameras bei Fahrzeugbränden gewidmet. Hier wurde gezeigt, dass Reflexionen an Karosserieteilen und Störungen durch elektrische Bauteile die Bildgebung beeinflussen können. Die Kameradinnen und Kameraden übten den gezielten Einsatz der Geräte, um Temperaturverläufe richtig zu interpretieren und mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen.
Durch die praxisnahe Schulung konnten die Einsatzkräfte ihr Wissen vertiefen und ihre Handlungssicherheit im Umgang mit Elektro- und Hybridfahrzeugen weiter verbessern. In Zukunft wird das erworbene Wissen regelmäßig aufgefrischt, um stets auf dem aktuellen Stand der Technik zu bleiben.
Ein besonderer Dank gilt Roman Reinert Feuerwehr- und Nutzfahrzeuge, der Kfz-Meisterwerkstatt Frank Hewer, Peugeot Müller Losheim sowie der DEKRA Automobil GmbH, Station Losheim für die Unterstützung bei dieser Fortbildung.